Ungerechtigkeit

Man kann an Ungerechtigkeit sterben.

Gerechtfertigte Ungerechtigkeit.

Ich glaube dir.

Ich glaube ihr,

wenn sie aus deinem Munde kommt.

Aus deinem Munde glaube ich alles,

alles, wenn es in deiner Sprache kommt.

Gib sie mir, wenn du sie nicht willst.

Gib sie mir, mit deinen Lippen daran geklebt.

Sag die Sprache, sag ein Gebet.

Sag ein gerechtfertigtes Gebet.

Sag die Gerechtigkeit,

Sag die Ungerechtigkeit.

Sag den Unterschied,

wenn es einen gibt.

Musik-Box

Lärm des Autos.

Von innen.

Von drinnen.

Jemand bewegt sich.

Innen.

Du.

Schlüsselbewegung.

Schlüsselklang.

Eine Musik-Box.

Eine Spieluhr.

Wo du

verzauberte

Gitarrensaiten

spielst.

Ich sage, ich habe mein Leben gerettet.

Du sagst nichts.

Du spielst mit den Schüsseln.

Du spielst mit den Saiten.

Ich sage, ich habe dein Leben gerettet.

Du sagst nichts.

Leiden

Jahre unseres Lebens. Jahre, die ihr geopfert wurden. Ihr, der Kranken.
Sie, die Kranke. Wir schulden ihr Mitleid. Sie ist uns nichts schuldig, denn sie leidet. Sie leidet, die Leidende. Und wir leiden mit ihr, wir leiden ihr Leiden.
Sie leidet an nervöser Erregbarkeit, Reizbarkeit, Aufregbarkeit, Aufgeregtheit, Regsamkeit, Übererregbarkeit, Erschreckbarket, Unberechenbarkeit, Ermüdbarkeit, Unsicherheit, Unfähigkeit.
Sie leidet mehr als wir. Ihre Ohren bluten jetzt. Ihre Eingeweide sind verrottet, aber sie funktionieren. Irgendwie funktionieren sie. Sie lebt noch. Und wir müssen so lange leiden, wie sie leidet. Wir schulden ihr. Wir schulden Mitleid. Ihr. Sie leidet mehr als wir.

Kinder Gottes

Erinnerung an den Westen.

Damals waren sie die besten.

Die Endlichkeit holt sie an.

Heutzutage sind sie klein.

Im Gesicht zwei blaue Kerne.

Haben sie noch Augensterne?

Fernes Blau, endlich Blau,

ein prachtvoller Pfau.

Die Schuld, die Schuld der Schuldigen.

Kinder Gottes, die einzigen.

Um ihnen die Augen auszureissen

Darum stehen sie an.

Ja, jetzt, sind sie dran.

Töten sie, die Weißen.

Sie töten die Weißen gerne.

Reissen sie ihnen die Augensterne.

Köpfen sie sie!

Reisst ihnen die Saphire

aus ihren blassen Gesichtern.

Jetzt! Auf die Knie!

Schlachtet sie ab wie Tiere.

Das Herz der Stunden

Ich springe in die Lüge. 

Die Notlüge dieser Zeit. 

Die Zeit des endloses Streits. 

Die Zeit der getrennten Brüder. 

Die geschlagene Stunde

hat mich gefangen genommen. 

Zur Stunde der leeren Munde

Bist du diesmal gekommen. 

Chorus

Ich hatte mir nicht vorgestellt, 

Dass die Stunden Herzen haben. 

Ein Herz in Zeitform, das schlägt. 

Ein Herz wartet im Graben.

Es schlagt und reißt und beißt, 

und wenn es sich verrirt, 

kämpft es gegen den Zeitgeist

Bis es schwer getötet wird. 

Steine

Die Stunde der Verstorbener.

Sie werden schwer wie Steine. 

So schwer wie Tausend Steine. 

Die Toten, die Steinfarbenen.

Grau, wie ein fremder Winter. 

Schmutzig wie ein Sturmhimmel. 

Da steckt mehr dahinter. 

Da steckt ein schlechter Fimmel. 

Blas den Schmutz von den Steinen weg. 

Die Steine, der Schmuck der Toten. 

Die Steine, die Knochen des Drecks. 

Blas, doch es ist verboten. 

Der Tod aller Toden

Ich bin der Mensch aller Menschen.
Mein eigenes Fleisch will mich kämpfen.
Und einfach so, Fleisch gegen Fleisch
kämpfen wir ohne Gekreisch.

Das Fleisch hat die Farbe deines Mundes.
In dir ist etwas ungesundes.
Ist es die giftige Luft?
Sie ist in dir, es gibt keine Flucht.

Chorus
Ich bin der Tod aller Todes.
Die Menschheit fängt an zu toben.
Sie wollen, dass ich sterbe,
Doch ich herrsche auf der Erde.

Ich bin der Mensch aller Menschen.
Menschen die gegeneinender kämpfen.
Und das Fleisch wird verrottet
Denn das Leben ist verboten.

Regen

Der Regen glänzt auf dem Schirm.

Der ist die dunkelste Flagge.

Die Flagge der schweren Tage,

di Flagge von deiner Stirn.

Ich verstehe die Liebe nicht.

Ich bevorzuge immer Gold.

Dank des Goldes werde ich nicht verfolgt.

Es glänzt auf meinem Gesicht.

Regen bedeutet nicht gleich Sturm.

Regen bedeutet nicht Liebe.

Dir ist es egal was ich kriege.

Du willst nur deinen Kristallturm.

Lass den Regen wieder kommen.

Er soll mich schneiden wie Messer.

Unter dem Regen werde ich blässer.

Brennende Tropfen wie kleine Sonnen.

Zwei

Nach dem Sommer des Grauens

ist Durst so Schmerzhaft wie Lust.

Kann deinen Worten nicht trauen.

Du lügst im Namen der Kunst. 

Die Bewegung der Steine

setzte den Wind des Fremdes frei. 

Müde sind meine Beine. 

In meinem Sinn waren wir zwei. 

Männer

Keinen Oxygen im Keller.

Das heißt, der Tod aller Männer.

Erschrocken und Stumm im Dunkeln.

Vom alten Leben kein Funkeln.

Ein wahnsinniger König

klebt an der Macht wie Honig.

Männer essen, Männer lecken.

Sie kommen hungrig aus allen Ecken.

Und der König wandte sich

gegen die Männer.

Und die Männer wandten sich

gegen einander.

Und die Männer werden Täter,

und sie werden auch Verräter.

Weil der Mann sich

mit einem Dolch sticht:

sie sind nicht wie ihre Väter.